Die Lärche – Baum des Jahres 2026

Die Lärche prägt Tirols Berglandschaft, ist frosthart, sturmfest und zentral im Schutzwald. Sie bietet Lebensraum, stabilisiert Böden, liefert wertvolles Holz und leuchtet im Herbst goldgelb. Ihre Widerstandskraft macht sie unverzichtbar für klimafitte, artenreiche Wälder.

Eine Baumart prägt die Tiroler Bergwelt

Mit ihrer eindrucksvollen Erscheinung und den leuchtenden, im Jahresverlauf wechselnden Farben ihrer Nadeln prägt die Lärche vor allem im inneralpinen Raum Gebirgszüge, Hochplateaus, Täler und Wälder. In Tirol macht sie etwa acht Prozent des Baumbestandes aus und ist damit nach der Fichte die zweithäufigste Nadelbaumart. Man findet die lichtliebende Lärche vor allem in Höhenlagen zwischen 1.000 und 2.200 Metern, wo sie gemeinsam mit der Zirbe oft die Waldgrenze bildet.

Nach dem ersten Frost im Herbst verfärben sich die Nadeln goldgelb, fallen noch vor dem Winter ab und sorgen damit für wertvolle Humusbildung.
Nach dem ersten Frost im Herbst verfärben sich die Nadeln goldgelb, fallen noch vor dem Winter ab und sorgen damit für wertvolle Humusbildung.

Was die Lärche so besonders macht: Sie ist der einzige heimische Nadelbaum, der seine Nadeln abwirft. Nach dem ersten Frost im Herbst verfärben sich die Nadeln goldgelb, fallen noch vor dem Winter ab und sorgen damit für wertvolle Humusbildung. Diese Anpassung schützt den Baum vor der Frosttrocknis in den langen, kalten Wintern der Hochlagen.

Unverzichtbar für Tirols Schutzwald

In Tirol sind rund 66 Prozent der Waldfläche als Schutzwald ausgewiesen – eine der höchsten Quoten österreichweit. Die Lärche spielt dabei eine zentrale Rolle:

Ausgesprochen frosthart, sturmfest und robust gegenüber Schneebruch und Steinschlag ist sie eine unverzichtbare Baumart im alpinen Schutzwald. Ihre kräftigen, tiefverankerten Wurzeln festigen erosionsgefährdete Waldböden im Gebirge und bilden eine wertvolle Kombination mit der flachwurzelnden Fichte.

Die grobe Borke der Lärche bietet besonderen Schutz vor Steinschlag, während ihre Widerstandsfähigkeit gegen Sturm und Schnee sie zur idealen Pionierbaumart für die Wiederbestockung von Schadflächen macht. In Zeiten des Klimawandels gewinnt die Lärche zunehmend an Bedeutung: Bei Aufforstungen in Tirol wird verstärkt auf Mischbaumkulturen gesetzt, in denen die Lärche neben Zirbe, Tanne und anderen Arten eine wichtige Rolle spielt.

Wertvolles Holz für vielfältige Verwendung

Forstwirtschaftlich wird die Lärche aufgrund ihres gut verarbeitbaren und witterungsbeständigen Holzes sehr geschätzt. Das Lärchenholz ist unter allen heimischen Nadelhölzern das schwerste und härteste. Es findet Verwendung als Bauholz für tragende Konstruktionen, im Innenausbau, für Parkettböden und Fensterrahmen ebenso wie im Wasser- und Bootsbau. Besonders beliebt sind Außenverkleidungen aus Lärche und die traditionellen Lärchenschindeln für Dachdeckungen.

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Die lichten Kronen der Lärchen ermöglichen einen reichen Unterwuchs – ein Umstand, den der Mensch seit langer Zeit nutzt. Die Verflechtung von Lärchenwäldern mit Viehweiden, die sogenannten Lärchenwiesen, hat das Vorkommen der Lärche in manchen Gebieten deutlich gefördert und prägt bis heute das typische Bild der Tiroler Berglandschaft.

Lebensraum und ökologische Bedeutung

Als beständiger Habitatbaum bietet die Lärche zahlreichen Tierarten Lebensraum und Nahrung. Ihre gehaltvollen Samen dienen vielen Vogelarten als Futter, und durch ihre offene Kronenstruktur ermöglicht sie eine vielfältige Vegetation im Unterwuchs. Die Lärche lebt wie die meisten Bäume in Symbiose mit Pilzen – bekannt ist beispielsweise der Goldröhrling, ein geschätzter Speisepilz.

Beeindruckende Lebenserwartung

Lärchen können für gewöhnlich 25 bis 45 Meter hoch werden, in Ausnahmefällen sogar über 50 Meter. Ihr Alter kann über 1.000 Jahre betragen, meist liegt die natürliche Lebenszeit bei 500 bis 800 Jahren. Wachsen sie in Einzellage, können sie imposante Größen mit Stammdurchmessern von bis zu zwei Metern erlangen.

Ultental Obere Urlärche
Die obere der drei Urlärchen bei St. Gertraud im Ultental. CC: Geisler Martin (commons.wikimedia.org)

Die ältesten bekannten Lärchen stehen im Südtiroler Ultental und werden auf 850 Jahre geschätzt. In Tirol selbst steht mit einer rund 750 Jahre alten Zirbe im Ampasser Kessel der älteste lebende Baum des Landes – ein eindrucksvolles Zeugnis der Langlebigkeit dieser alpinen Baumarten.

Materialien zum Baum des Jahres

Wie jedes Jahr wird ab dem 25. April 2026, dem Tag des Baumes, die beliebte Broschüre und das Plakat zum Baum des Jahres verfügbar sein – sowohl digital als auch im Printformat. Seit 2025 gibt es zusätzlich neue Sammelkarten zum jeweiligen Baum des Jahres, die es ermöglichen, Jahr für Jahr eine Sammlung der ausgezeichneten Baumarten aufzubauen.

Mehr auf: www.kuratoriumwald.com

Mit der Wahl der Lärche zum Baum des Jahres 2026 wird eine Baumart gewürdigt, die für Tirols Wälder unverzichtbar ist und die alpine Kulturlandschaft seit Jahrhunderten prägt. Entdecken Sie im Laufe des Jahres noch mehr über diese bemerkenswerte Baumart – bei Wanderungen durch die goldgelb leuchtenden Lärchenwälder im Herbst oder entlang der Waldgrenze, wo die Lärche ihre Widerstandskraft eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Interessiert: 83
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