Jahresprogramm 2026

Wilder Wald

Eine Spurensuche vom Mythos zum Morgen

„Wilder Wald“ steht für mehr als Prozessschutz und Biodiversität. „Wild“ bezeichnet das Ungebändigte, das Ungeordnete und Freie – und damit eine Haltung, die in unserer Zeit an Bedeutung gewinnt: Prozesse zulassen, Entwicklung begleiten, ohne alles vorab zu fixieren.

Der wilde Wald ist fachlich ein Raum natürlicher Dynamik; kulturell ist er seit Jahrhunderten Ort der Prüfung und Verwandlung. Unser Jahresmotto lädt ein, beide Dimensionen zusammenzudenken: Was lernen wir aus Vielfalt, Strukturreichtum und Störung? Wie stärkt das Unaufgeräumte Resilienz im Klimawandel? Welche Geschichten prägen unseren Blick auf den Wald – und welche neuen wollen wir weitergeben?

So wird „Wilder Wald“ zum Bild für Mut: Zukunft im Dialog mit dem Lebendigen zu gestalten.

Redaktionsplan: unsere Blogserie

Neun Folgen begleiten das Jahr. Die bereits erschienenen Folgen sind verlinkt.

  1. Was heißt „wild“?
  2. Warum der Wald zum Erfahrungsraum des Wilden wird
  3. Wilder Wald – warum Wildheit nie wertfrei ist
  4. Märchenwald als Kulturarchiv
  5. Wann beginnt das Wilde?
  6. Wem gehört das Wilde? Ordnung, Zugriff, Konflikt
  7. Das Wilde im Inneren
  8. Politik der Wildnis
  9. Gegenwart: Wildheit als Koexistenz

Was diese Serie leisten will

Diese Blogserie begleitet unser Jahresprogramm „Wilder Wald“ als roter Faden. Über das Jahr werden wir zeigen:

  • wie sich das Wilde historisch verschiebt,
  • wie Märchen und kulturelle Erzählungen den Wald codieren,
  • wie Regeln, Rechte und Nutzungen Wildheit definieren,
  • und warum der Wald bis heute ein bevorzugter Ort bleibt, um über Kontrollgrenzen zu sprechen.

Der Wald ist Schwelle. Und Schwellen sind Orte, wo Kultur sichtbar wird – weil sie dort entscheidet, was drinnen und was draußen sein soll.

Wilder Wald Blog

Folge 5: Wann beginnt das Wilde?

Knorriger kahler Baum im herbstlichen Nebel
Knorriger kahler Baum im herbstlichen Nebel

Ordnung braucht eine Grenze. Der Wald war Prüfungsort, Gedankenexperiment und Gegenwelt zugleich. Eine Spurensuche im Wilden der Aufklärung.

Folge 4: Märchenwald als Kulturarchiv

Sonnenstrahlen fallen durch den Wald auf einen Weg

Der Märchenwald ist mehr als Kulisse: Er ist Kulturarchiv, Prüfungsraum und Ort der Verwandlung. In Geschichten speichert er Angst, Hoffnung und Orientierungslosigkeit – und prägt bis heute, warum wir Wildheit im Wald so intensiv wahrnehmen können.

Folge 3: Wilder Wald – warum Wildheit nie wertfrei ist

Sonnenstrahlen im lichten Nadelwald

Der Wald wird zum Erfahrungsraum des Wilden – aber Wildheit entsteht nicht zufällig. Sie ist eine Werteentscheidung zwischen Biodiversität, Sicherheit, Erholung und Nutzung. Wo wir Prozesse zulassen und wie wir lenken, so zeigt, wofür wir stehen.

Folge 1: Was heißt „wild“?

Nebelverhangene bewaldete Hügelkette

Wild“ heißt: außerhalb der Ordnung. M. Douglas erklärt das gut mit „Dirt is matter out of place“: Schmutz entsteht durch Regeln und Grenzen. „Wild“ war auch Machtwort (Ausgrenzung, Besitz). Heute kann es Mut zum Prozess statt Kontrolle bedeuten.

Folge 2: Warum der Wald zum Erfahrungsraum des Wilden wird

Waldweg im Nebel mit einer Bank am Rand

Ein Waldspaziergang kippt plötzlich: Der Weg wird enger, das Licht bricht, die Orientierung schrumpft auf den nächsten Schritt. Genau dort beginnt „Wilder Wald“ – der Wald als Erfahrungsraum für das Ungezähmte, Unklare, Offene.