Am 17. April lädt der Tiroler Forstverein zur Buchpräsentation „600 Jahre Holztrift im Brandenberger Tal“ mit Vortrag im Museum Tiroler Bauernhöfe Kramsach und anschließender Exkursion in die Kaiserklamm.
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Am 17. April lädt der Tiroler Forstverein zur Buchpräsentation „600 Jahre Holztrift im Brandenberger Tal“ mit Vortrag im Museum Tiroler Bauernhöfe Kramsach und anschließender Exkursion in die Kaiserklamm.
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Holz war über Jahrhunderte hinweg die zentrale Ressource des Alpenraums. Als Brennstoff, Bauholz und Rohstoff für Werkzeuge und Gerätschaften prägte es Wirtschaft, Gesellschaft und Landschaft gleichermaßen. Die Forschung spricht für das Mittelalter nicht umsonst vom „hölzernen Zeitalter“ – und gerade in Tirol behielt diese Bezeichnung ihre Gültigkeit bis weit ins 19., teilweise sogar ins 20. Jahrhundert.
Ein besonders eindrucksvolles Kapitel dieser Geschichte hat Georg Neuhauser nun in einer umfangreichen Monographie aufgearbeitet: die Holztrift im Brandenberger Tal, die über mehr als 600 Jahre lang Wirtschaft und Alltag der Region bestimmte.
Am 17. April stellt der Tiroler Forstverein das Werk im Rahmen einer Exkursion in das historische Triftgebiet vor.
Über die Brandenberger Ache – in mittelalterlichen Quellen als „fluvius Vulteppe“ bezeichnet – wurde geschlägertes Holz nach Kramsach getriftet, wo es größtenteils zu Holzkohle verarbeitet wurde. Hauptabnehmer war die 1463 gegründete landesfürstliche Schmelzhütte in Brixlegg. Was heute wie eine stille Tallandschaft wirkt, war jahrhundertelang ein pulsierendes Zentrum alpiner Holzwirtschaft – bis der Triftbetrieb im Sommer 1966 endgültig eingestellt wurde.
Neuhauser stützt sich in seiner Forschung auf umfangreiche Archivquellen, archäologische Geländebefunde und die Berichte der letzten Tiroler Triftarbeiter. Das Ergebnis ist nicht nur eine wirtschafts- und umwelthistorische Studie, sondern ein kulturgeschichtliches Zeugnis eines prägenden Tiroler Wirtschaftszweiges.
Der Veranstaltungstag beginnt um 9:00 Uhr im Museum Tiroler Bauernhöfe in Kramsach, wo Georg Neuhauser sein Werk in Vortrag und Präsentation vorstellt. Nach dem Mittagessen im Rohrerhof führt die Exkursion am Nachmittag nach Brandenberg, von wo aus eine rund zweistündige Wanderung Richtung Erzherzog-Johann-Klause durch das historische Triftgebiet führt. Den Abschluss bildet die Besichtigung des historischen Rechens in Kramsach. Abfahrt ist um 8:00 Uhr in Innsbruck, die Rückkehr ist für ca. 18:00 Uhr geplant.
Der Tiroler Forstverein lädt alle Mitglieder sowie forstlich, kultur- und wirtschaftshistorisch Interessierte herzlich ein, diesen besonderen Tag mitzuerleben – und dabei zu entdecken, wie eng Waldnutzung, Bergbau und regionale Entwicklung miteinander verflochten waren und wie sehr diese Geschichte unsere Kulturlandschaft bis heute prägt.

Tirols größtes Freilichtmuseum präsentiert auf neun Hektar original wiedererrichtete Bauernhöfe und 23 Nebengebäude aus allen Tiroler Talschaften – darunter Säge, Mühle, Schmiede und zwei Kapellen. Freilaufende Tiere und historische Bauerngärten beleben das weitläufige Gelände.
Neu ab März 2026: Das Museum bietet als erstes seiner Art in Österreich einen historischen Escape Room, bei dem Gruppen von bis zu acht Personen durch sieben Höfe streifen und mit Amulett und Schatzkarte Rätsel aus Jahrhunderten Tiroler Alltagsgeschichte lösen.
Angerberg 10, 6233 Kramsach | www.museum-tb.at