Der Tiroler Forstverein ehrt Tiroler Forstleute, die sich im NS-Widerstand mutig stellten. Neun Tiroler kämpften, fünf starben. Die Gedenkstätte auf der Praa-Alm bewahrt ihr Vermächtnis und erinnert an Mut, Zivilcourage und Demokratie.
Mut und Erinnerung: Tiroler Forstleute im Widerstand gegen den Nationalsozialismus
Der Tiroler Forstverein legt großen Wert darauf, die Zeit des Nationalsozialismus nicht zu vergessen. Dieses inhumane System darf niemals verdrängt werden – permanentes Erinnern soll verhindern, dass sich solche Verhältnisse wiederholen.
Die Initiative geht auf Hubert Kammerlander zurück, der durch die zeitgeschichtliche Arbeit von DI Adelheid Lettner inspiriert wurde. In ihrer Diplomarbeit an der Universität für Bodenkultur dokumentierte sie das Leben der wenigen österreichischen Forstleute, die sich aktiv dem NS-Regime widersetzten. Sie beschreibt eindrucksvoll, wie schwierig die wirtschaftliche und soziale Lage der Forstbetriebe zwischen 1918 und 1945 war und warum viele zunächst opportunistisch handelten.
1988 wurde auf der Praa-Alm in der Wildschönau erstmals an Walter Caldonazzi erinnert, einen Tiroler Widerstandskämpfer. 2017 entstand dort eine neue Gedenkstätte für alle Tiroler Forstleute, die im Widerstand ihr Leben verloren. Die Einweihung war gut besucht – von Mitgliedern des Forstvereins über Angehörige bis hin zu Studierenden der beteiligten Universitäten.
Insgesamt sind 20 österreichische Forstleute als Widerstandskämpfer bekannt, davon neun aus Tirol. Fünf Tiroler Forstleute bezahlten ihren Mut mit dem Leben. Unter ihnen sind Karl Mayr, Walter Caldonazzi, Viktor Czerny, Max Erhart, Julius Wachter, Josef Panfy, Johann Ellinger, Hubert Mayr und Ferdinand Eberharter.
Der Tiroler Forstverein gibt diesen mutigen Männern ein dauerhaftes Gedenken auf seiner Homepage. Ihr Einsatz zeigt, wie wichtig Zivilcourage ist und welchen Beitrag sie zur Wiederherstellung Österreichs als demokratischer Staat geleistet haben.
Link: Projektseite

