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Smart Forestry im Alpenraum: Das ARGE-ALP-Projekt und seine Webseite

Zehn Regionen, ein Lernraum: Das ARGE-ALP-Projekt „Smart Forestry im Alpenraum“ vernetzt Forstpraxis, Verwaltung, Wissenschaft und Technologie. Ein Überblick über Ziele, Themen, Projektweg und die Webseite ki.bergwald.eu.

Der Bergwald steht unter Druck: Klimawandel, Störungsereignisse und neue Technologien verändern die Anforderungen an die Forstpraxis. Mit dem Projekt „Smart Forestry im Alpenraum“ der ARGE ALP suchen zehn Regionen gemeinsam nach Antworten. Das Land Tirol ist mit der Gruppe Forst als Projektpartner dabei.

Worum es im Projekt geht

Die ARGE ALP verbindet Regionen in Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz. Im Smart-Forestry-Projekt bringen Forstpraxis, Verwaltung, Wissenschaft und Technologie ihre Erfahrungen zusammen. Das Ziel: den Einsatz digitaler Technologien für den Waldbau im Alpenraum gemeinsam weiterentwickeln. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Technik um ihrer selbst willen. Digitale Verfahren sollen die fachliche Arbeit unterstützen und müssen sich im konkreten Einsatz bewähren.

Die Leitidee lautet: Bergwald braucht gemeinsames Wissen. Das Projekt will schützen, verbinden und einordnen – Bergwälder stabilisieren und die Wiederbewaldung unterstützen, Regionen und Fachleute über Grenzen hinweg vernetzen und die Chancen und Grenzen digitaler Werkzeuge nüchtern aufzeigen.

Vier Themenfelder

  • Schutzwald: Bergwälder schützen Siedlungen, Verkehrswege und Talräume. Beobachtung und forstliche Planung helfen, Veränderungen einzuordnen.
  • Wiederbewaldung: Nach Störungsereignissen stellen sich Fragen zu Standort, Baumarten, Saat und Pflanzung. Neue Verfahren können helfen, Flächen zu erfassen und Maßnahmen vorzubereiten.
  • Saatgut und Forstpflanzen: Saatgutgewinnung, Samenbehandlung und Pflanzenaufzucht sind die Grundlage des Zukunftswalds. Digitale Werkzeuge und Automatisierung können Abläufe in Forstgärten unterstützen.
  • KI, Daten und Fernerkundung: Satelliten, LiDAR, Sensoren, Drohnen und digitale Inventuren liefern unterschiedliche Informationen. KI kann bei der Auswertung helfen – entscheidend sind Datenqualität, fachliche Einordnung und klare Zuständigkeiten.

Der Projektweg bis 2028

Das Projekt ist als lernendes Netzwerk angelegt und folgt vier Schritten:

  • 2025 · Verstehen: Bestand und Bedarf erheben
  • 2026 · Verbinden: Pilotansätze und Standards
  • 2027 · Erproben: Transfer und Lernen
  • 2028 · Verankern: Kompetenz aufbauen und skalieren

Workshops, Fachgespräche und Praxisbesuche schaffen dabei Gelegenheiten, Erfahrungen aus den Regionen zu vergleichen. Ein erster öffentlicher Termin ist die INTERFORST 2026 (15.–18. Oktober, Messe München, Halle B6): Die ARGE ALP ist dort in der Sonderschau „Gemeinsam Wald gestalten“ vertreten.

Die Webseite ki.bergwald.eu

Das Projekt hat mit ki.bergwald.eu eine eigene Webseite, die als Wissens- und Vernetzungsplattform dient. Sie richtet sich an Forstpraxis und Waldbesitz, Verwaltung und Politik, Forschung und Lehre sowie die interessierte Öffentlichkeit. Die Inhalte sind in Deutsch und Italienisch verfügbar. Die wichtigsten Bereiche:

  • Projekt und Aktivitäten: Ausgangslage, Projektweg bis 2028 und kommende Termine.
  • Themen: die vier Themenfelder von Schutzwald bis KI und Fernerkundung.
  • Regionen und Partner: die zehn Mitgliedsregionen der ARGE ALP und die beteiligten Fachinstitutionen mit Kontaktdaten.
  • Magazin: Beiträge und Praxisbeispiele aus dem Alpenraum, geordnet nach fünf Anwendungsbereichen.
  • Vernetzung: Fachleute und Projekte können sich auf einer Karte eintragen und so sichtbar werden.
  • Newsletter und Kontakt: Wer mitwirken, einen Beitrag einreichen oder mit der Projektkoordination sprechen möchte, findet dort den direkten Weg.

Warum das für Tirol interessant ist

Schutzwald, Wiederbewaldung und die Versorgung mit geeignetem Saatgut und Forstpflanzen sind in Tirol zentrale Aufgaben. Viele der Fragen, die das Projekt behandelt, stellen sich in den Nachbarregionen sehr ähnlich. Der Austausch über Landesgrenzen hinweg spart Doppelarbeit und macht Erfahrungen aus Praxisprojekten für alle nutzbar.

Wer eigene Erfahrungen, Projekte oder Fragen einbringen möchte, ist auf ki.bergwald.eu willkommen.

Interessiert: 56
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